Was investieren die Bundesländer wirklich in die Kinderbetreuung,
Fast täglich lesen und hören wir in den Medien das in Kitas gestreikt wird. Aber warum ist das so und ist es vor allem berechtigt? Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung lässt darauf schließen das Erzieherinnen nicht unbegründet auf die Straßen gehen.
Das Ergebniss ist erschreckend So werden im Durchschnitt für frühkindliche Betreuung im Osten 2200 Euro und im Westen 1400 Euro pro Kind ausgegeben. Damit steht der Osten zwar besser da als der Westen, aber dennoch sind die Werte alarmierend da die Beträge seit 2004 nicht gestiegen sondern im Gegenteil um durchschnittlich 4 % gesunken sind. Führend ist bei dieser Studie das Bundesland Sachsen, dort werden rund 2400 Euro je Kind unter 10 Jahren investieren. Das Schlusslicht bildet Niedersachsen hier werden pro Kind nur 1090 Euro gezahlt.
Bei der Anzahl der Erzieher pro Kind liegt laut der Studie der Westen wieder weiter vorn. Während im Osten ein Erzieher auf ca 7 – 10 Kinder kommt, ist der Westen mit einer geringeren Zahl Kinder pro Betreuer wieder vorbildlich. Absolute Spitzenreiter sind das Saarland, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein hier kommen auf durchschnittlich 5 Kinder ein Betreuer.
Ein Grund für diesen Unterschied ist die Bereitstellung von Betreuungsplätzen. Auch hier gibt es wieder sehr große Unterschiede zwischen Ost und West. Kleinkinder bis zu 3 Jahren werden im Osten bis fast die Hälfte (43 Prozent) in Kindertagesstätten, Krippen und anderen Einrichtungen betreut, im Westen ist die Anzahl mit nur 12 Prozent deutlich niedriger. Was darauf zurückzuführen ist das viele Eltern Ihre Kinder bis zum 3 Lebensjahr zu hause Behalten und die Betreuung selber durchführen. Die meisten Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren stellt das Land Sachsen-Anhalt, das Bundesland Niedersachsen ist auch hier mit 9,1 Prozent wieder das Schlusslicht.
Aber nicht nur die Betreuungsplätze sind ein Thema, auch ist es leider das viele Kindereinrichtungen nicht mehr auf den neusten Stand der Zeit sind. So sind zum Beispiel Betten, Tische, Stühle oder Matratzen mittlerweile sehr abgenutzt und warten auf eine Erneuerung. Kinderspielsachen sind schon sehr alt, abgenutzt und zum Teil nicht mehr zu Verwenden. Auch müssen Erzieher immer häufiger den Eltern Bastelmaterial und andere Unternehmungen in kosten stellen da die Zuschüsse des Staats nicht ausreichend sind.
Der Streik der Erzieher scheint auf Grund dieser Studie berechtigt zu sein, da Sie nicht nur wegen mehr Gehalt sondern auch für das Wohl unserer Kinder auf die Straße gehen. Ein weiterer Grund der Streiks ist auch die Medizinische Versorgung der Betreuer durch den Staat, eine Kinderbetreuerin ist am Tag einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt als ein normaler Arbeiter auf dem Bau oder dem Büro. So ist es gerechtfertigt entsprechenden Schutz der eigenen Gesundheit zu fordern.
Im großen und ganzen macht diese Studie auf die Missstände der Kinderbetreuung aufmerksam und fordert Poliker auf mehr in unser Bildungssystem zu investieren.
